Kooperationen und Großhandel - "Kleine Herren statt große Sklaven"
Berlin, 21. Oktober 2010 — Volles Haus in Berlin: Die Chefs aus Verbundgruppen, Großhandelsunternehmen und Politik nutzten den 5. Deutschen Kongress für Großhandel und Kooperationen, um im intensiven Austausch Strategien für den Aufschwung zu entwickeln. Hierzu müssten die Unternehmen die Chancen der weltweiten Märkte wahrnehmen, sich aber ebenso ihrer Stärken vor Ort besinnen: „Global denken — lokal handeln!“, forderte ZGV-Präsident Wilfried Hollmann dem Motto der Veranstaltung gemäß die Teilnehmer auf.
Bildung, Forschung und Innovationen seien dabei von zentraler Bedeutung, so Hartmut Koschyk, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister der Finanzen. „Wir müssen hier im internationalen Wettbewerb die Nase vorn haben!“, beschwor der CSU-Politiker unter dem Eindruck einer jüngst absolvierten zehntägigen Asienreise seine Zuhörer.

Dr. Reinhard Schütte während seines Vortrags
Auf die Besonderen Herausforderungen des Umganges eines Vollsortimenters im Lebensmitteleinzelhandel, noch dazu in einem „Unternehmerunternehmen“ mit 4.500 selbständigen Kaufleuten ging Dr. Reinhard Schütte, Finanzvorstand der EDEKA ZENTRALE AG & Co. KG, ein. Die Unabhängigkeit der kooperierenden EDEKA-Händler ermögliche Kreativität, lokale Verwurzelung und eine hohe Reaktionsgeschwindigkeit. „Lieber ein kleiner Herr als ein großer Sklave!“ — mit diesen Worten illustrierte Schütte die „einzigartige Kraftquelle eines freien Unternehmertums“, mit der die EDEKA über mehr als 100 Jahren in das heutige Spitzenformat habe gelangen können.
Dr. Rolf Martin Schmitz, Vorstandsmitglied der RWE AG, betonte die Bedeutung von Versorgungssicherheit für die Unternehmen vor Ort. Schmitz warnte davor, dass diese nicht durch einen einseitigen Ausbau erneuerbarer Energien gefährdet werden dürfte. Angesichts mangelnder Kapazitäten komme den traditionellen Energieträgern noch über eine längere Zeit eine wichtige Brückenfunktion zu.
Die Kongressteilnehmer hatten vielfältig Gelegenheit, die Themen Logistik/IT, Beschaffung, Marketing und Finanzen in speziellen Workshops und Foren zu vertiefen. Mit aktuellem Bezug wurden abschließend auch dem Thema Compliance ein besonderer Schwerpunkt gewidmet. TOP-Referenten hierbei waren mit langjähriger Asien-Erfahrung Dr. Ralf Wilde, Bereichsvorstand des TÜV-Rheinland und Wolfgang J. Schaupensteiner, Oberstaatsanwalt und Unternehmensberater. Mittels anschaulicher Beispiele wurde mehr als deutlich, dass Maßnahmen zur Sicherstellung von regel- und gesetzeskonformem Verhalten nicht nur ein Thema für Großunternehmen sind, sondern auch im Alltag mittelständischer Unternehmenspraxis bedacht werden müssen.

Das Orchester begeisterte die Zuhörer
Bereits am Vorabend waren die Teilnehmer durch ein fulminantes Event in der prachtvollen Hauptstadtrepräsentanz der deutschen Telekom eingestimmt worden. Furios dirigierte Professor Gernot Schulz 47 Sinfoniker und machte dabei gemeinsam mit Kommunikationsprofi Professor Manfred Harnischfeger den anwesenden Führungskräften deutlich: Auch ein Orchester braucht kluge Führung und muss wie ein Unternehmen gesteuert werden!




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