Oettinger ermutigt Mittelstand zur Kooperation

Die überbetriebliche Zusammenarbeit gewinnt gerade in Zeiten fortschreitender Digitalisierung an Bedeutung, machte EU-Haushaltskommissar Günther Oettinger gegenüber Präsident Günter Althaus und Hauptgeschäftsführer Dr. Ludwig Veltmann im persönlichen Gespräch deutlich.

Berlin, 17.05.2017 – Schon einmal hatte erst vor wenigen Monaten der EU-Haushaltskommissar Günther Oettinger bei einem Kongress der CDU/CSU-Bundestagsfraktion im Reichstagsgebäude seine Wertschätzung für die überbetriebliche Zusammenarbeit mittelständischer Unternehmen in Form von Genossenschaften und anderen Verbünden deutlich zum Ausdruck gebracht.

Im Gespräch: EU-Haushaltskommissar Günther Oettinger mit Günter Althaus, Präsident, und Dr. Ludwig Veltmann, Hauptgeschäftsführer des MITTELSTANDSVERBUNDES am 15. Mai 2017 in Berlin.Das daraufhin vom MITTELSTANDSVERBUND anberaumte Gespräch am 15. Mai in Berlin mit dem Kommissar verlief ermutigend. Dem in Ditzingen beheimateten Kommissar sind aufgrund familiärer Hintergründe Rolle und Bedeutung der Verbundgruppen bestens bekannt.

Digitalisierung für den Einzelnen unbezahlbar

Er wisse, dass viele mittelständische Unternehmen im Gegensatz zu Konzernen und international tätigen Großunternehmen erheblichen Beratungsbedarf bei den Entwicklung geeigneter Digitalisierungsstrategien und deren Umsetzung haben. In der Regel sei dies jedoch für den einzelnen unbezahlbar. Die Verbundgruppen seien deshalb die entscheidenden Partner. Was sich in Einkauf und Vermarktung bewährt habe, müsse nun auch für die Digitalisierung gelten.

Althaus: Förderprogramme nicht ausreichend

Präsident Althaus merkte an, dass es für die Qualifizierung und organisatorischen Erfordernisse oft aber Investitionen bedürfe, die die Möglichkeiten selbst auf Verbundgruppenebene übertreffe und es deshalb wünschenswert sei, wenn auch die öffentlichen Hände hierzu Angebote machen. Die aktuellen Förderprogramme seien in der Regel sehr auf Technologieentwicklung und weniger auf Strukturen und Prozesse ausgerichtet.

Auch monierte der Präsident die gerade für den ländlichen Raum völlig unzulängliche digitale Infrastruktur und die Defizite im Wettbewerbs- und Kartellrecht, die gerade im Zusammenhang mit der Digitalisierung zur wachsenden Wettbewerbsverzerrung beitragen.

Der Kommissar räumte ein, dass Plattformen den Markt fundamental verändern, jedoch die EU-Kommission aufgrund bescheidener Mittelausstattung auf das Engagement der nationalen Entscheider angewiesen sei.

DER MITTELSTANDSVERBUND sei deshalb gut beraten, mit gleichgesinnten Verbänden weiter den Schulterschluss gegenüber der nationalen Politik zu suchen und mithilfe von namhaften Partnern an Forschungsinstituten, Lehrstühlen und Unternehmensberatungen noch massiver auf die Veränderung von Rahmenbedingungen zu drängen. Auch die Verstärkung von Netzwerken auf europäischer Ebene sei sein dringender Rat.

Weitere Themen des Gesprächs waren der Genehmigungsstau bei Verkehrs- und anderen Infrastrukturprojekten sowie die Veränderungen der Spielregeln im Wettbewerb durch Global Player und neue Marktkräfte.

Belange der Verbundgruppen nachvollziehen

Präsident Althaus zeigte sich erfreut über das Gespräch und bezeichnete es als eine grundsätzlich glückliche Fügung, dass Oettinger als EU-Haushaltskommissar aufgrund seiner vorherigen Verantwortung für die Digitalisierung sehr detailliertes Faktenwissen in diesem Bereich habe. Darüber hinaus verstehe er die Belange und Bedürfnisse der Verbundgruppen sehr gut aus eigener Anschauung, was den Dialog besonders erleichtere.

Spontan bot der EU-Kommissar an, auch eine größere Delegation von Repräsentanten der Verbundgruppen zu einem vertiefenden Gespräch in Brüssel zu empfangen.

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