Mittelstand enttäuscht von Beschlüssen der MPK-Konferenz am 10. Februar

Die Beschlüsse besiegeln weitestgehend nur den „Status Quo“ und verschlimmern damit die Lage der vom Lockdown betroffenen Unternehmen dramatisch. Bei aller gebotenen Vorsicht im Umgang mit der Pandemie wäre jetzt der Kurswechsel hin zu einem differenzierten und evidenzbasierten Vorgehen sinnvoll und zielführend gewesen.

Berlin: 10. Februar 2021: „Eine Politik des „Weiter so“ in der Pandemiebekämpfung ist brandgefährlich“, kommentiert Mittelstandspräsident Eckhard Schwarzer das Ergebnis der neuerlichen MPK-Konferenz. „Wir werden unsere mittelständisch geprägte Handelslandschaft am Ende nicht wiedererkennen“, warnt er. Das fortwährend viel zu undifferenziertes Vorgehen sei keineswegs mehr nachvollziehbar. Das wiederholte Kooperationsangebot zur Sicherstellung eines verantwortbaren Öffnungsprozesses habe die Politik nicht aufgegriffen, ärgert sich Schwarzer. Immer noch sei der Umgang mit den wirklichen Gefahrenherden und den vulnerablen Gruppen viel zu inkonsequent. Dies in Verbindung mit dem sich zu lange hinziehenden Impfprozess gefährde und frustriere gerade die Unternehmer, die ihren Kunden durch größte Anstrengungen und bereits getätigte erhebliche Investitionen einen nahezu gefahrenfreien Aufenthalt in den lokalen Geschäften gewährleisten können. Noch dazu müssten gerade auch sie mit ansehen, wie ihre Sortimente nun über andere Kanäle, etwa die Lebensmitteldiscounter, oder die globalen Online-Plattformen auf den Markt gelangen. „und die Politik lässt so etwas sehenden Auges zu und verschlimmert die Entwicklung weiter mit ihrem salamitaktischen Festhalten am Lockdown“, zeigt sich Schwarzer enttäuscht. „So fühlt man sich schlicht aus dem Wettbewerb gedrängt“. 

Dabei ist doch der Nachweis bereits geliefert, dass das Infektionsrisiko auf Ladenflächen mit sachgerechter Umsetzung der Hygieneregeln äußerst gering ist. „Warum setzen wir statt eines in die Länge gezogenen Lockdowns mit ungewissem Ausgang nicht mehr Schnelltests ein, um das Infektionsgeschehen wirklich bestimmen zu können, und wo bleibt die konsequente Anwendung einer systematischen digitalen Nachverfolgung?“ Die Zumutungen für die Unternehmen seien historisch einzigartig, und das bei gleichzeitig tief enttäuschender Organisation der versprochenen Ausgleichszahlungen. Die für den 1. Januar angekündigte Überbrückungshilfe III konnte bis heute nicht beantragt werden. „Wer glaubt da noch an Perspektiven für den Mittelstand?“ so Schwarzer ernüchtert.

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