Schulungsstart für die „Klimaprofis“ – gut gerüstet für die Klimawende

Am 9. November fiel der Startschuss für ein ambitioniertes Schulungsprogramm. Das von der Nationalen Klimaschutzinitiative (NKI) des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) geförderte Projekt Klimaverbund des MITTELSTANDSVERBUNDES bildet aktuell 15 Klimaprofis aus, um die Themen Klimaschutz, Energieeffizienz und Ressourcenplanung aktiv in Angriff zu nehmen und die beteiligten Verbundgruppen in diesen Bereichen zukunftsfit aufzustellen.

Berlin, 16.11.2020 - Aufbruchsstimmung in der ersten Zoom-Konferenz am vergangenen Montag. Der Klimaverbund Mittelstand bildet 15 Berater aus, um das Thema Klimawende aktiv in Angriff zu nehmen. Und der alte Spruch von der „Krise als Chance“ wurde plötzlich ganz plastisch: Warum nicht die Zeit der Corona-Flaute nutzen, um für kommende Veränderungen gut aufgestellt zu sein?

Schulungsstart für die „Klimaprofis“ – gut gerüstet für die KlimawendeSo unterschiedlich die Branchen, so unterschiedlich die fünfzehn angehenden Klimaprofis. Verschiedenste Berufsbiografien treffen hier aufeinander, jeder bringt seine eigene Motivation, seine eigenen Anliegen mit. Der eine kann ein Studium Regenerative Energietechnik vorweisen, andere sind Betriebswirte oder wollen schon lange das Thema Verpackungsmüll in Angriff nehmen. Die einen haben eine Ausbildung in ihrer Branche und kennen daher die Anforderungen im Betriebsalltag, andere haben schon ihr Berufsleben lang Photovoltaikanlagen installiert. Ausgewählt wurden die fünfzehn von ihrer jeweiligen Verbundgruppe, vom Auszubildenden bis zu Geschäftsführerin ist alles dabei. 

Jeder Branche ihren eigenen Klimaprofi!

Das Vorhaben knüpft an das 2019 erfolgreich abgeschlossene Pilotprojekt „Klimaprofis für den Mittelstand“ an. Damals waren „nur“ vier Klimaprofis in ganz Deutschland unterwegs, 350 Betriebe konnten dank des Beratungsangebots ihre Energiekosten zum Teil um 30-40 % senken und gemeinsam über 8200 Tonnen CO einsparen. Jetzt geht das Projekt in die nächste Phase. Neu ist, dass jeder Verbundpartner seinen eigenen angehenden Klimaprofi entsendet, der das Schulungsprogramm absolviert. Das hat den Vorteil, dass jeder Klimaprofi den Arbeitsalltag der Unternehmen kennt, mit dessen ganz eigenen Herausforderungen und Möglichkeiten. Für jeden sind andere Themen interessant: Für einen Bäcker, der Einsparmöglichkeiten bei der Kühlung sieht, wird das Thema flexible Kältetechnik relevant sein, während das Thema Druckluft eher KFZ-Betriebe betreffen wird. Der Messebau sucht nach einem nachhaltigeren Umgang mit hochwertigen Materialien, der Lieferbetrieb nach neuen Mobilitätskonzepten. Jede Branche braucht ihren ganz eigenen passgenauen Berater für innovative Ideen und Fördermöglichkeiten. Und das geht weit über das Thema Energieeffizienz hinaus. Denn Nachhaltigkeit umfasst ökologische, ökonomische und soziale Aspekte.

Fundierte Schulung durch externe Expertise

Glück hat, wer bei dieser komplexen Thematik erfahrene Partner an Bord hat. Für das breitgefächerte Schulungsprogramm greift der Klimaverbund auf die Expertise interner und externer Dozenten zurück. Die Akademie Deutscher Genossenschaften (ADG) deckt betriebswirtschaftliche Themen wie Amortisationsrechnung sowie Kommunikation und Präsentation ab. Mit der B.A.U.M. Consult profitiert der Klimaverbund vom Know-how des größten europäischen Unternehmensnetzwerk für nachhaltiges Wirtschaften. Das interdisziplinäre Team verfügt über langjährige Erfahrungen in den Bereichen Ressourceneffizienz, Mobilitätsmanagement und Wirtschaftsethik, hat an internationalen Forschungsprojekten zu Zukunftsthemen mitgewirkt und Nachhaltigkeitskonzepte in Unternehmen und Kommunen umgesetzt. Jeder Tag bringt für die angehenden Klimaprofis ein neues Thema. Auf dem Stundenplan stehen beispielsweise Change Management, dann geht es um Abwärmenutzung, Energiemanagement und Mobilität, an einem anderen Tag wird die Geschäftsführerin eines Abfallwirtschaftsverbandes ihr Wissen über zirkuläre Wertschöpfung teilen. Am Ende steht das „Klimaprofi“-Zertifikat.

Auch wenn sich die angehenden Klimaprofis gemeinsam auf eine große Mission begeben: niemand in dieser Runde wirkt hier, als habe er vor, missionarisch den Zeigefinger zu schwingen. Hier kommen gestandene Männer und Frauen zusammen, mit Erfahrung und Weitsicht, mit viel Offenheit, Humor und Fähigkeit zur Selbstkritik, mit der Bereitschaft Erfahrungen zu teilen und sich in die Karten sehen zu lassen. Jeder einzelne kennt die Schwierigkeiten und Hürden, mit denen seine Branche und die einzelnen Betriebe zu kämpfen haben. Es geht um intelligente Lösungen, und darum, die Chancen, die der Wandel mit sich bringt, rechtzeitig zu ergreifen. Was alle eint, ist Verantwortungsbewusstsein und die Bereitschaft zur Veränderung. Und die beginnt bekanntlich immer im Kleinen. Die Vorfreude in der Runde darauf, mit kleinen Veränderungen große Wirkungen zu erzielen, war spürbar.

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