Berliner Mittelstand weiter im Stimmungshoch

Der seit fünf Jahren anhaltende Wirtschaftsaufschwung in der Bundeshauptstadt setzt sich fort. Das geht aus dem "KMU-Report 2015" der Vereine Creditreform und der Investitionsbank Berlin hervor.

Berlin, 16.07.2015 — Von einem "positiven Highlight" sprach Christian Wolfram, Präsident der Vereine Creditreform bei der Vorstellung des KMU-Reports 2015 am 8. Juli in Berlin. Die Berliner Wirtschaft konnte auch 2014 an das Stimmungshoch der vergangenen Jahre anknüpfen. Knapp 64 Prozent der befragten 1.789 kleinen und mittelständischen Unternehmen bezeichneten die Geschäftslage als "gut" oder "sehr gut". "Das ist das beste Ergebnis seit Beginn der Untersuchung im Jahr 2011", gab sich Wolfram zufrieden.

Damit stieg die positive Einschätzung der Geschäftslage von 58 Prozent im Vorjahr um weitere sechs Prozentpunkte auf 64 Prozent an. "Berlin setzt sich damit vom bundesweit rückläufigen Trend ab", teilte Dr. Jürgen Allerkamp, Vorstandsvorsitzender der Investitionsbank Berlin (IBB) auf der Pressekonferenz mit. In gesamten Bundesgebiet sei die optimistische Stimmung der Geschäftslage von 57,4 Prozent in 2013 auf 56,3 Prozent gesunken, so Allerkamp.

Berliner Wirtschaftsboom auch für KMU spürbar

Besonders erfreulich sei die Umsatzentwicklung der mittelständischen Berliner Unternehmen. Mehr als die Hälfte (54,7 Prozent) erwirtschaftete im vergangenen Jahr ein Umsatzplus. Lediglich 14 Prozent verzeichneten Einbußen (Vorjahr: 18,1 Prozent). Im Baugewerbe konnte ein Umsatzplus von 53 Prozent erzielt werden. "Nach wie vor ist der wachsende Wohnungsmarkt Treiber der konjunkturellen Lage in Berlin", so Wolfram. Auch im Dienstleistungssektor konnte das vorjährige Umsatzplus von 54,1 Prozent auf 59,3 Prozent wachsen. Eher stabil blieben die Werte im Handel. Lediglich 49,8 Prozent der befragten Handelsunternehmen verzeichneten 2014 positive Umsatzzahlen. Damit erreichte der Handelssektor annähernd das Vorjahresniveau von 2013 (48,4 Prozent).

Investitionen überwiegend für neue Produkte

Fast die Hälfte (49,1 Prozent) der befragten Berliner Mittelständler gab an, im letzten Jahr Innovationen umgesetzt zu haben. Innerhalb der letzten drei Jahre waren es sogar mehr als 70 Prozent. Vor allem neue Produkte zählten zu den meisten Innovationen der Wirtschaft mit Sitz in der Bundeshauptstadt. Hier gaben etwa 53,2 Prozent Neuerungen an. Im Bereich neuer Produktionsverfahren hat die mittelständische Innovationskraft laut der Studie der Creditreform Berlin und der IBB aber nachgelassen. Lediglich 5,8 Prozent investierten in neue Prozesse. "Vor allem im Hinblick auf die Digitalisierung bieten Prozessinnovationen Chancen für den Produktionsfortschritt und völlig neue Geschäftsfelder", erklärte IBB-Vorstand Allerkamp. Innovative Leistungen in diesem Bereich würden auch industrielle Tätigkeiten für kleine und mittlere Unternehmen ermöglichen.

Tourismus kurbelt Optimismus an

Für 2015 rechnen die Wirtschaftsexperten mit gleichbleibendem Aufwärtstrend. "Der starke Arbeitsmarkt, die anhaltenden Niedrigzinsen und die Kaufkraft des wachsenden Berliner Tourismus dürften den Privatkonsum als Konjunkturtreiber weiter anschieben", sagte der Präsident der Vereine Creditreform Wolfram.

So rechnen auch 43,1 Prozent der Befragten mit steigenden Umsätzen im Vergleich zu 2014. In Anbetracht der guten Geschäftslage und der sehr positiven Erwartungen sind die Personalplanungen des Berliner Mittelstands etwas zurückhaltend, so Wolfram. Zwar wollen mit 27,2 Prozent mehr Unternehmen ihr Personal aufstocken als im Vorjahr, aber doch etwas weniger als im Durchschnitt der letzten fünf Jahre.

Der KMU-Report Berlin wird jährlich von Creditreform und der Investitionsbank Berlin durchgeführt. Befragt werden kleine und mittelständische Unternehmen, die ihren Sitz in der Bundeshauptstadt haben und Produkte sowie Dienstleistungen für den Markt vor Ort und für den Weltmarkt produzieren. In der Befragung nahmen 1.789 Wirtschaftsunternehmen Berlins aus den Branchen Bau, Handel, Dienstleistungen und verarbeitendes Gewerbe teil.

Weitere Informationen:

Download: KMU-Report Berlin 2015

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