Laden und Einkaufen: Wie Händler beim Thema E-Mobilität punkten können

Gesellschaftspolitisch hat im Jahr 2017 kaum ein Thema so für Aufsehen gesorgt wie die E-Mobilität, die auch im Kontext von immer bedeutsamer werdenden Nachhaltigkeitsaspekten Relevanz erlangt. So rückt diese auch für den Handel immer stärker in den Fokus. Das IFH Köln nahm dies zum Anlass, das Thema innerhalb einer Studie näher zu beleuchten.

Köln, 01.02.2018 – E-Mobilität ist ein Thema, das 2017 oft im Mittelpunkt gesellschaftspolitischer Diskussionen stand: Eine Ausweitung des Angebots an praxistauglichen Elektroautos, Dieselskandale und die Forderung, „dreckige“ Autos aus den Innenstädten auszuschließen, befeuerte nicht nur die Debatte um eine Mobilitätswende, sondern ließ unter anderem auch die Verkaufszahlen der Elektroautos ansteigen.

Laden und Einkaufen: Wie Händler beim Thema E-Mobilität punkten können.Die (neue) elektrisch angetriebene Mobilitätsform stellt ihre Anhänger derzeit aber noch vor große Herausforderungen. Denn die Verwendung eines Elektrofahrzeugs erfordert eine hohe Bereitschaft der Nutzer, das eigene Mobilitätsverhalten anzupassen: Begrenzte Reichweiten zwingen Elektromobilisten, die Standzeiten und Routen des eigenen Autos vorausschauend zu planen und zu nutzen. Aufladungen im Alltag können den Bewegungsradius dabei bequem erhöhen und die nächtliche Ladung an der eigenen Steckdose ersparen.

Ladezeit wird zur Einkaufszeit

Wäre es nicht optimal, die langen Ladezeiten der Elektroautos effizient als Einkaufszeit zu nutzen? Ja, sagen zumindest die Handelsexperten, die das IFH Köln für die STUDIE „E-MOBILITÄT – EIN ERFOLGSFAKTOR IM STATIONÄREN EINZELHANDEL?!“ befragt hat. So stellen viele dieser Unternehmen bereits Lademöglichkeiten bereit und können somit Erfahrungen zu Kundenakzeptanz und möglichen Mehrwerten für den Handel sammeln.

Ladesäulen auf dem Kundenparkplatz stellen beispielsweise sicher, dass Konsumenten ihre gewohnten Einkaufsrituale beibehalten können, und bieten durch eine einfache und kostenfreie Ladung auch einen neuen Convenience-Faktor im Alltag. Auch für Handelsunternehmen bieten die Ladesäulen verschiedene Mehrwerte, so die Experten: „Befüllen“ Kunden ihren Elektrowagen auf dem Parkplatz des Händlers, hat dies positiven Einfluss auf die Kundenbindung und die Aufenthaltsdauer der Kunden im Geschäft. Einzelne der befragten Experten können zudem bereits feststellen, dass neue Kunden gezielt den eigenen Standort aufsuchen, um sich die Ladezeit mit einem Einkaufsbummel zu vertreiben.

Ladesäulen als langfristige Investition sehen

Aktuell ist die Anzahl der Elektromobilisten in Deutschland noch gering. Die beachtlichen Investitions- und Betriebskosten sind nach Einschätzung der Experten durch eine Neukundengewinnung oder die Verlängerung der Aufenthaltsdauer – zumindest aktuell – nicht zu erwirtschaften. Den Strom an die eigenen Kunden zu verkaufen, wird zumindest derzeit von diesen nicht angenommen. Besonders der Vergleich zum heimischen Stromtarif macht eine spontane kostenpflichtige Zwischenladung am Supermarkt für viele Nutzer unattraktiv.

Trotz des vermutlichen Ausbleibens eines signifikanten direkten monetären Paybacks, kann sich das Betreiben von Ladesäulen nach Expertenansicht dennoch lohnen. Die befragten Experten bewerteten besonders die Auswirkungen von Ladesäulen auf die öffentliche Wahrnehmung der Unternehmen als einen derzeitigen Erfolgsfaktor. So kann sich das bereitstellende Handelsunternehmen gezielt in den Aspekten Nachhaltigkeit und Innovation positionieren. Neben Neu- und Bestandskunden können so auch potenzielle Arbeitnehmer adressiert und angesprochen werden.

Ladesäule ist nicht gleich Ladesäule

Neben dem finanziellen Einsatz stehen Händler, die ihren Kunden Ladesäulen anbieten wollen, jedoch vor weiteren Herausforderungen. So weist jeder Handelsstandort individuelle Charakteristika bezüglich der Erreichbarkeit oder der durchschnittlichen Aufenthaltsdauer auf, die berücksichtigt werden müssen. Zudem gilt es, die Hardware passend zu den Kundenanforderungen auszuwählen. Bauliche Veränderungen an Bestandsimmobilien und das Fehlen von lokalen Kooperationspartnern hindern des Weiteren aktuell viele Händler daran, diesen neuen Service für die eigenen Kunden anzubieten.

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