Arbeitskreis Mitgliederberatung und -betreuung: Die Digitalisierung als Treiber

Die Digitalisierung verändert unsere Arbeitswelt. Welche Auswirkungen der Transformationsprozess auf den kooperierenden Mittelstand hat und wie die Verbünde hier den Quantensprung schaffen können, diskutierten auf Einladung des Genossenschaftsverbands – Verband der Regionen e. V. am 21. und 22. Juni rund 20 Verantwortliche aus dem Mitgliederkreis des MITTELSTANDSVERBUNDES in Neu-Isenburg.

Neu-Isenburg, 22.06.2018 – Einleitend erläuterte Dr. Stefan Touchard vom Genossenschaftsverband – Verband der Regionen e. V. den Teilnehmern die umfangreichen Dienstleistungen des unlängst neu gestalteten Genossenschaftsverbandes im Zuge der Fusion des Rheinisch-Westfälischen Genossenschaftsverbandes (RWGV) mit dem Genossenschaftsverband (GV) mit Sitz in Frankfurt. Mit diesem Schritt reagierten RWGV und GV auf die wachsende Vielfalt und Anforderungen der Mitglieder beider Verbände.

Am 20. und 21. Juni traf sich der Arbeitskreis Mitgliederberatung und -betreuung beim Genossenschaftsverband – Verband der Regionen e. V.Neben der zentralen Leistung, der gesetzlich vorgeschriebenen Prüfung der genossenschaftlichen Mitglieder, verfügt der Verband unter anderem über eine eigene Akademie, eine Personalberatung und diverse spezialisierte Betreuungsleistungen für die Genossenschaften aus den Bereichen Banken, Landwirtschaft und Gewerbe. Dabei erstaunte es insbesondere die Nicht-Genossenschaftlichen Teilnehmer der Runde, welche vielfältigen gesellschaftlichen Problemstellungen mit dem Konstrukt der Genossenschaft erfolgreich gelöst werden können – etwa in den Bereichen Breitbandausbau in ländlichen Regionen, ärztliche Versorgung auf dem Land, Schülergenossenschaften und nicht zuletzt Energiegenossenschaften, auf die Björn Burgey vom Genossenschaftsverband näher einging.

Aber auch die Zahlen der gewerblichen Genossenschaften, die auch Mitglied im MITTELSTANDSVERBUND sind, sprechen für sich, denn: 60 Prozent aller Handwerker und 99 Prozent aller Landwirte sind Mitglied einer Genossenschaft. Volksbanken werden nicht selten von 20 bis 30 Tausend Mitgliedern getragen und 60 Prozent aller Bäcker sind genossenschaftlich organisiert. Der Genossenschaftsverband stellt des Weiteren seine Wirtschaftsprüfungs-, Steuerberatungs- oder juristische Expertise über Untergesellschaften erfolgreich Unternehmen anderer Rechtsformen zur Verfügung.

Nach der Präsentation des Gastgebers folgte die intensive Aussprache über die aktuellen Themen und Herausforderungen in den Branchen der Teilnehmer. Im Fokus des Austausches stand die digitale Transformation. Überraschend war die Erkenntnis, dass längst nicht in allen Branchen das „große Zähneklappern“ überwiegt. So kann etwa der Fotofachhandel von stabilen Umsätzen und Mitgliederzahlen berichten, der Möbel- und Küchenfachhandel schien auch noch nicht übermäßig stark von den Online Pure Player bedroht zu sein und das Handwerk hat insgesamt eher ein Personal- als ein Amazon-Problem.

In den Branchen Mode, Sport und Konsumelektronik jedoch zeigen sich deutliche Spuren im Hinblick auf sinkende Mitgliederzahlen. In den besten Fällen werden die frei werdenden Point of Sales (POS) an bestehende Mitglieder verkauft, im schlechtesten Fall werden die Unternehmen aufgegeben. Alle Gruppen berichteten von großen Anstrengungen, die Digitalisierung voran zu treiben und die Verbünde fit für die Zukunft zu machen – und das sowohl im b2b-Verhältnis zu den Mitgliedern und Lieferanten, als auch im Geschäft der Mitglieder selbst mit den Endkunden. Die Bandbreite reicht von EDI und Rechnungsarchiven, dem Einsatz von Apps in der Beratung bis zur Schulung und Beratung in Sachen E-Commerce.

Der zweite Tag des Treffens stand zunächst ganz im Zeichen des Austauschs über die Kernthemen Marke und Veränderungsstrategien. An verschiedenen Beispielen aus den Gruppen NBB /Franchise, beauty alliance, EDE und Ringfoto wurden die unterschiedlichen Durchsetzungsstrategien der Markenphilosophien präsentiert. Einig waren sich alle Teilnehmer darin, dass die nicht unerheblichen Anstrengungen einen wesentlichen Baustein zur Attraktivitätssteigerung der Verbünde für Mitglieder und Lieferanten darstellen. Die Wiedererkennung des Kunden spiele sowohl bei der On- als auch bei der Offline-Orchestrierung von Marketingmaßnahmen eine wichtige Rolle.

Last but not least stellten sich die Teilnehmer die Frage, wie ihre Organisationen noch schneller und effektiver auf die Anforderungen der Märkte reagieren können. Ein Thema war die Erfahrbarkeit notwendiger Veränderungen in den zentralen Organisationen durch die Mitarbeiter. Nicht wenige Gruppen bauen derzeit nach vorhergehender, gründlicher Organisationsanalyse ihre Zentralen nach den neusten Erkenntnissen und Trends in Co-Working-Spaces um. Dies verringere Informationsverluste und beschleunige Abstimmungsprozesse, so die ersten Erfahrungen der Teilnehmer. Die Umbauten unterstützten die notwendige Agilität der Organisationen und seien auch beim Thema Arbeitgeberattraktivität hilfreich.

In diesem Zusammenhang berichtete Julia Simonis, Referentin Vertrieb und Marketing bei der ServiCon Service & Consult eG, von mittlerweile sehr guten Erfahrungen beim Einsatz von Webinaren und Videokonferenzen. Im Detail erläuterte sie, worauf es bei der Auswahl und Durchführung ankommt und gab entsprechende Praxistipps.

Das nächste Treffen des Arbeitskreises Mitgliederberatung und -betreuung findet am 25. und 26. Oktober 2018 im neuen Gebäude der MHK Group in Dreieich statt. Interessenten wenden sich bitte an j.glaser@mittelstandsverbund.de

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