MITTELSTANDSVERBUND elektrisiert

Welche Potenziale hat die Elektromobilität für den Mittelstand? In einem Workshop ging DER MITTELSTANDSVERBUND dieser Frage gemeinsam mit zahlreichen Experten am 7. Oktober in Berlin nach.

Berlin, 07.10.2015 — "Elektromobilität wird in der politischen und öffentlichen Debatte immer wichtiger. Aber bietet sie auch realistische Perspektiven für den Mittelstand?" mit dieser Frage eröffnete der Hauptgeschäftsführer des MITTELSTANDSVERBUNDES, Dr. Ludwig Veltmann, das "Forum Elektromobilität im Mittelstand". Experten aus Politik, Wissenschaft und Wirtschaft waren am 7. Oktober nach Berlin gekommen, um den Sachstand zu erörtern und Erfahrungen aus der Praxis auszutauschen.

Bundesregierung hält an Zielen der Elektromobilität fest

Dirk Arnold, Regierungsdirektor im Bundeswirtschaftsministerium (BMWi) und zuständig für Umweltinnovationen und Elektromobilität, erläuterte die Ziele der Bundesregierung bis 2020. Danach hat die Zielmarke, 1 Mio. Elektrofahrzeuge auf die Straße zu bringen, weiterhin Bestand. "Dies ist auch ein Indikator dafür, dass wir in Deutschland einen Leitmarkt installieren werden", so Arnold. Allerdings werde das Thema nur zu lösen sein, wenn verschiedene Industriebranchen zusammenarbeiten.

Dazu sei die "Nationale Plattform Elektromobilität" ins Leben gerufen worden. Die Bundesregierung werde die Wirtschaft tatkräftig unterstützen und will 210 Mio. Euro investieren. Arnold informierte die Teilnehmer außerdem über das geplante neue Regierungsprogramm für Elektromobilität, das als zentralen Baustein auch den Ausbau der Schnellladeinfrastruktur vorsehe. Er ermunterte die Unternehmen, sich für ausgeschrieben Förderprogramme zu bewerben.

Elektromobilität – was meint die Forschung?

Forschungsergebnisse zur Elektromobilität stellte Dr. Verena Charlotte Ehrler vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) vor. Nachdem die erste Phase zur Marktvorbereitung abgeschlossen ist, befinde man sich nun in der Markterschließung und erarbeite strategische Empfehlungen zur Umsetzung des Regierungsprogramms Elektromobilität. Sie gab zu bedenken, dass die Erstinteressenten der neuen Technologie diese nicht aus primär ökonomischen Gründen anwenden, sondern meist aus Begeisterung für innovativeTechnologien und dem Wunsch, sich umweltfreundlich zu verhalten. In der Markthochlaufphase ist aber davon auszugehen, dass ökonomische Motive stärker dominieren werden. Das müsse man in der Kommunikation berücksichtigen.

DG Verlag und expert-Mitglied geben Elektro-Gas

Einige Unternehmen sind optimistisch und investieren, obwohl auch bei der Elektromobilität das "Henne-Ei-Problem" besteht. Was muss zuerst kommen? Autos auf der Straße oder ausreichend Ladestationen?

Der DG Verlag, vertreten durch seinen Vorstandsvorsitzenden Peter Erlebach, erläuterte die Zusammenarbeit mit den Volks- und Raiffeisenbanken zum Ausbau der Ladeinfrastruktur. Mit dem vom BMWi geförderten Forschungsprojekt SLAM seien die Voraussetzungen für ein flächendeckendes Schnellladenetz in Deutschland geschaffen. "Elektromobilität ist ein Zukunftsthema, das uns alle angeht. Der DG Verlag ist das Kompetenzcenter für zukunftsfähige Lösungen, Services und Produkte für den genossenschaftlichen Verbund", so Erlebach.

Auch die Verbundgruppe expert bietet seinen Mitgliedern ein umfassendes Paket zum Thema Elektromobilität. "Unsere Kunden sollen bereits vor dem Betreten des Marktes elektrisiert werden" so der Abteilungsleiter der Tochter expert Technik AG Co., Gerald Brietzke. Das Vertriebskonzept umfasst neben den Heldele-Stromtankstellen auch Elektroautos und -fahrräder. Wichtig sei für die Kunden das komplette Angebot von Beratung, Planung, Betreuung, Installation und Wartung.

Nicolai Woyzechowski, Senior Manager des Joint Venture Hubject, erläuterte den Teilnehmern abschließend die revolutionäre Möglichkeit zur Vernetzung der Ladeinfrastruktur über ein Clearingsystem. Dieses stellt die Kompatibilität verschiedener Anbieter von Stromtankstellen und deren Lösungen sicher.

Auch die Verbundgruppe e-masters beschäftigt sich intensiv mit der Elektromobilität und hat bereits eine eigene Tankstellenflotte.

Elektromobilität weiter vorantreiben

"Der Workshop in Berlin war ein erfolgreicher Auftakt", resümiert MITTELSTANDSVERBUND-Hauptgeschäftsführer Veltmann. Deswegen wird sich der Verband auch weiter mit dem Thema Elektromobilität beschäftigen. Anfang 2016 wird das "Forum Elektromobilität" erneut tagen. "Der Experten-Kreis wird dazu erweitert", erklärt Veltmann. DER MITTELSTANDSVERBUND will so die Potenziale der E-Mobilität für neue Geschäftsmodelle und zur Steigerung der Kundenfrequenz auf der Fläche herausfinden. Zudem sollen bestehende Hürden identifiziert werden, die der Verband an die Politik herantragen wird. 

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Ansprechpartner

Susan KinneDER MITTELSTANDSVERBUND
Susan Kinne Persönliche Referentin des Hauptgeschäftsführers und Leitung "Initiativkreis Elektromobilität" Mehr Infos
DER MITTELSTANDSVERBUND
Tel.: +49 (30) 59 00 99 618
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