Seoul - Welthauptstadt der Inszenierungskunst im Handel

Mit dem weltführenden Dramaturgen und Psychoanalytiker, dem Wiener Professor Christian Mikunda, erlebten Repräsentanten aus Verbundgruppen und Handel eine aufregende „Lerntour“ durch die südkoreanische 10-Millionen-Metropole Seoul.

Seoul, 23.- 28.10.2017 – Für so viel höchstkarätige kreative Inszenierung von Verkaufsflächen in einer Stadtmuss man schon in die aufregende Megametropole nach Südkorea reisen. Im Rahmen einer Sondervereinbarung des MITTELSTANDSVERBUNDES mit dem Veranstalter, der österreichischen Unternehmensgruppe Umdasch Shopfitting Group GmbH, nahmen auch einige Verbandsmitglieder und Hauptgeschäftsführer Dr. Ludwig Veltmann an der Lernexpedition teil.

Seoul - Welthauptstadt der Inszenierungskunst im HandelOrganisiert und vor Ort äußerst fachkundig geführt wurde die Tour von dem renommierten und in Wien beheimateten Dramaturgen und Psychoanalytiker Professor Christian Mikunda und seiner Frau Denise Mikunda-Schulz. Professor Mikunda zelebrierte die Tour mit vielfältigen besonderen Stopps als "Ladendramaturgie".

Ein Highlight jagte das nächste, darunter viele außergewöhnliche Flagship Stores aus den Bereichen Schuhmode, Brillen, Textil, Kosmetik, Konsumelektronik und Lebensmittel. Zu erleben war dabei, dass dem Handel zur Ansprache seiner Kunden hinsichtlich kreativer Ladengestaltung nahezu keine Grenzen gesetzt sind.

Von Präsentationstempeln und pinken Hotels

Unglaublich, dass ein Händler, der lediglich eine einzige und noch dazu in einer Einheitstube abgefüllte Handcreme verkauft, hierfür einen dieser zweistöckigen "Präsentationstempel" in der Art einer Kunst-Galerie erbaut. Oder wie die in Europa unbekannte Kette Gentle Monster mit hoch exklusiven, in allen Stores gleichen hochmodischen Brillen jeden einzelnen Store mit einem eigenen großen Thema und besonderen Ausstellungsstücken in Szene setzt. Zum Beispiel mit einem alten Schiffswrack oder einer überdimensionierten beweglichen Iris – von außen lässt sich so kaum auf das eigentliche Geschäft schließen.

Nicht minder überraschend das Kaufhaus Sulwhasoo Flagship by Neri & Hu für exklusive Kosmetik, das über mehrere Etagen und durch die Wände reichende, zu komplexen dreidimensionalen Gittern gestaltete, mit insgesamt über viele Kilometer reichenden Messingstäben ausgestattet ist. Auch besonders hervorzuheben das „Pinke Hotel“, das wie ein echtes Hotel mit „Rezeption“ und „Schwimmbad“ ausgestattet scheint – diese jedoch nur künstlich zur Beförderung der Neugier und des Wohlbefindens der Kunden, die hier Textilien und Kosmetika erwerben sollen, inszeniert sind. Das Highlight des Geschäftes ist die mit rosa, blauen und weißen Plüschdecken ausstaffierte und begrünte Dachterrasse, die zwischen den Einkäufen Raum zum „Chillen“ bietet.

Mikunda, der weltweit Handelshäuser und Architekturbüros berät und darüber zahlreiche Bücher veröffentlicht hat, erläuterte bei den spannenden Besichtigungen die jeweiligen Elemente der Ladengestaltung und in welcher Form sie die Sinne der Kunden jeweils besonders reizen. So lernten die Reiseteilnehmer rasch zwischen Joy, Glory, Power, Chill und Prime zu unterscheiden und einige haben sich sogar die dazu jeweils passenden hormonellen Mechanismen im menschlichen Hirn merken können.

Auf Kriegsfuß mit der „Gerümpeltotalen“

Besonders erwähnenswert ist die zunehmende Verwendung von elektronischen und digital gesteuerten Gestaltungselementen bis hin zu Komplettwänden in manchen Geschäften, wie dies zum Beispiel in der Automobilpräsentation in einer Shopping Mall eindrucksvoll zu erleben war. Auf Kriegsfuß stellte sich Mikunda zu der "Gerümpeltotalen", mit der er unübersichtliche Warenmassen in den Läden ohne jede Inszenierung meinte. Den Begriff hat er übrigens selbst erfunden. Auch könnten falsche Beleuchtung oder Fotografierverbote für den Geschäftserfolg im Handel tödlich sein. Gerade letzteres würge beispielsweise die immer wichtigere Kommunikation der Kunden über Social Media völlig ab.

Die Teilnehmer aus Österreich und Deutschland waren sich darin einig, dass das Programm die Erwartungen deutlich übertroffen hat. Auch jenseits des eigentlichen Fachprogramms erlebten sie Seoul als eine Stadt, die sich mit den umgebenden Bergen und vielen Bäumen im bunten Herbstlaub modern und mit dem gewissen Spirit aus Optimismus, Jugend und Weltoffenheit präsentiert – zugleich aber auch in ihrem ganz eigenen Stil, man mag ihn nicht zuletzt durch den boomenden „K-Pop“ schlicht „Gangnam-Style“ nennen.

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