StrategieDialog Multichannel: Verbundgruppen zu Gast im EDEKA Food Tech Campus

In den vergangenen Jahren hat sich durch die massive Zunahme des Online-Handels ein wesentlicher Strukturwandel in der Handelslandschaft vollzogen. Immer mehr Hersteller vertikalisieren und steigen in den Direktvertrieb ein. Wie reagieren Verbundgruppen auf diese Entwicklung? Diese und weitere Fragen diskutierten die Teilnehmer des StrategieDialogs Multichannel am 26. März im EDEKA Food Tech Campus in Berlin.

Berlin, 27.03.2019 – „Supergeil, dass Du da bist. Hast Du Dich schon eingecheckt?“ – was für eine Begrüßung im EDEKA Food Tech Campus in Berlin. Leider nicht vom EDEKA-Werbegesicht Friedrich Liechtenstein persönlich, sondern von einem lebensgroßen Papp-Aufsteller. Die Werbekampagne "Supergeil" bescherte der Kooperation im Frühjahr 2014 nicht nur einen nie dagewesenen internationalen Viralhit, sondern auch ein neues Image.

Die EDEKA eröffnete im November 2018 den ersten Startup-Campus, der speziell für Food-Unternehmen ausgelegt ist.Neue und sichtbare Akzente setzt EDEKA nun auch im Bereich FoodTech und eröffnete am 1. November 2018 seinen ersten Startup-Campus, der speziell für Food-Unternehmen ausgelegt ist. Etwa 130 Arbeitsplätze stellt die Kooperation im Berliner Bezirk Moabit zur Verfügung und schafft damit Raum und die Chance für Startups, mit neuen Ideen in der Lebensmittelbranche Fuß zu fassen. Die Experimentierstube eignete sich also bestens als Tagungsort des StrategieDialog Multichannel, zu dem MITTELSTANDSVERBUND-Hauptgeschäftsführer Dr. Ludwig Veltmann über 20 Vertreter der Verbundgruppenszene am  26. März nach Berlin eingeladen hatte, um sich über aktuelle Herausforderungen und Trends in Sachen e-Commerce auszutauschen.

Vom Parkhaus zum Food Tech Campus

„Food Tech Campus“ – klingt auf den ersten Blick nach Reagenzgläsern und Weltraumnahrung. Doch was steckt hinter dem Konzept? Wie wird man Teil des Ganzen und was hat es auf sich mit dem Start-up-life? Diese und weitere Fragen beantwortete Matthias Blodig, Head of Food Tech Campus, und führte durch die heiligen Hallen des Coworking-Space, das im Übrigen mal ein Parkhaus war.

Der Campus bietet alles, was FoodTechis sich wünschen: Workshop Space, Media Kitchen, Event Space, Inkubator, Academy und natürlich Arbeitsplätze für Startups und Coworking-Möglichkeiten.Der Campus bietet alles, was FoodTechis sich wünschen: Workshop Space, Media Kitchen, Event Space, Inkubator, Academy und natürlich Arbeitsplätze für Startups und Coworking-Möglichkeiten. Auch Events wie Fuck-up-Nights, Food-Seminare oder “Hack the Food – Food Business” finden hier regelmäßig statt. Die sogenannte Food-Academy ermöglicht zudem den Austausch mit Lebensmitteltechnologen, Köchen, Verpackungsexperten, Einkäufern oder Managern. Praktisch: Gleich nebenan befindet sich ein EDEKA-Geschäft, in dem neue Produkte erhältlich sind – näher am Kunden geht also nicht. Eine Mitgliedschaft ist für Food-Startups möglich, die Nahrungsmittel herstellen, Software entwickeln oder Content produzieren.

Algen-Schokolade und Marmelade aus der Tube

Ob Milchschaum-Drucker, Marmelade aus der Tube oder Algen-Schokolade – im Food Tech Campus der EDEKA ist alles ein wenig anders – ganz nach dem Motto „Probier´ was Neues“. Ob Milchschaum-Drucker, Marmelade aus der Tube oder Algen-Schokolade – im Food Tech Campus der EDEKA ist alles ein wenig anders – ganz nach dem Motto „Probier´ was Neues“.

Alles dreht sich ums Essen – was also darf hier keineswegs fehlen? Die Küche. Hier werden regelmäßig neue Produkte vorgestellt und verkostet. Beliebt ist die Location vor allem bei Bloggern und Influencern, denn: Die offene „WG-Küche“ eignet sich hervorragend als Foto-Hintergrund – das Auge isst eben mit.

Den Mitgliedern des Campus steht außerdem ein elektrisch betriebener Lastenscooter zur Verfügung.Den Mitgliedern des Campus steht außerdem ein elektrisch betriebener Lastenscooter zur Verfügung. Der Cargo-Roller fährt maximal 45 km/h – der Akku hat eine Reichweite von bis zu 100 Kilometern. Gründer können damit ihre Produkte zu Terminen innerhalb des Berliner Raums fahren.

Vom Hersteller zum Händler

Ob Nike, Lindt oder Haribo: Immer öfter verkaufen Markenhersteller ihre Produkte auch in eigenen Online Shops. In den vergangenen Jahren habe sich durch die massive Zunahme des Online-Handels ein wesentlicher Strukturwandel in der Handelslandschaft vollzogen, berichtete Univ.- Prof. Dr. Dirk Morschett in einem Impulsvortrag zum Thema „Vertikalisierung von Herstellern – Braucht es in Zukunft noch Händler?“ Die Folge: Marken würden immer mehr zum direkten Konkurrenten ihrer Händler und kannibalisieren die Umsätze. Mit befristeten Sonderaktionen zu Exklusiv-Produkten oder der Möglichkeit, Produkte zu individualisieren, locken Hersteller die Kunden in ihre Online Shops.

Früher auf Händler angewiesen, ist der Direktvertrieb an Kunden über einen entsprechende Online-Repräsentanz nun plötzlich greifbar nah. Und auch die Repräsentanz auf der Fläche – ob als „begehbares Werbeplakat“ in Form eigener Pop-Up-Stores oder als Shop-in-Shop-Lösung – wird für Hersteller zunehmend attraktiv. Händler wiederum erkennen die Gefahr, zukünftig umgangen zu werden. Das Klima zwischen Hersteller und Händler ist angespannt.

Kooperation statt Konfrontation

Morschett erläuterte anhand von Lösungsansätzen, wie eine positive Hersteller- und Handels-Beziehung dennoch gelingen kann und warum es sich lohnt, wenn Hersteller und Händler Hand in Hand arbeiten. Insbesondere der „nahtlose“ Einkauf – von der Marke zum Online-Shop des Handels – sei hierbei bedeutsam. Aus der engen Kooperation und über die direkte Verzahnung mit den Händlershops könnten Hersteller zudem wertvolle Informationen zum Endkunden-Kaufverhalten gewinnen. Ein nicht zu unterschätzender Wert, denn gerade die Verfügbarkeit von Kundendaten gehört heute zu den Erfolgsfaktoren eines jeden Unternehmens. Wer die Daten hat, hat die Macht – gerade auch im Handel.

In Zeiten des boomenden Online-Handels dreht sich alles um die Frage der Zustellung. Häufig sind die Kunden zum Zeitpunkt der Lieferung gar nicht zu Hause anzutreffen, weswegen Paketdienste viele Wege umsonst fahren, um die Pakete schließlich wieder mitnehmen. Zudem möchte der Verbraucher am liebsten alles zu jeder Zeit, an jeden Ort – und zwar umsonst und immer schneller. Wie sich der Handel in Sachen Logistik, Nachhaltigkeit und Kundenzufriedenheit positionieren kann, war eine der Kern-Fragen im Erfahrungsaustausch des StrategieDialog Multichannel. Welche digitalen Lösungen die Paketzustellung auf der „letzten Meile“ verbessern können und welche Rolle Big Data hierbei spielt, erfahren Sie auf dem nächsten StrategieDialog Multichannel. Weitere Informationen folgen in Kürze.     

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