KATAG Cheftagung – Stelldichein von Hochkarätern in Bielefeld

Am 07. Juni trafen sich zur 63. KATAG-Cheftagung in Bielefeld wieder die führenden Vertreter der Modebranche. Der KATAG-Vorstandsvorsitzende Dr. Daniel Terberger konnte unter anderem den Ministerpräsidenten des Landes Nordrhein-Westfalen, Armin Laschet, sowie den aus Bielefeld stammenden neuen Vorstandsvorsitzenden der Deutschen Bank, Christian Sewing, begrüßen.

Bielefeld, 07.06.2018 – Wieder einmal gelang es dem Vorstandsvorsitzenden 1.    KATAG-Vorstandsvorsitzende Dr. Daniel Terberger begrüßt die Teilnehmer der KATAG Cheftagung.der KATAG AG, Dr. Daniel Terberger, für die Cheftagung seiner Verbundgruppe unter dem Motto: „LIFESTYLE – Aufbruch in neue Welten“ für Textil und Modehändler herausragende Persönlichkeiten aus Wirtschaft und Politik nach Bielefeld zu bringen. Vor vollem Hause in der KATAG-Zentrale analysierte Terberger zunächst die herausfordernden Rahmenbedingungen für mittelständische Unternehmer in Deutschland. In Zeiten wachsender Bedeutung der sozialen Medien potenziere sich das pauschale Misstrauen gegenüber Eliten aus Politik, Wirtschaft und Kirchen.

Es sorge ihn, zu beobachten, dass es geradezu zu einer Qualifikation werde, keine Ahnung zu haben. In der Mode gebe es den Trend, dass diese mit der Technologie verschwimme. Immer bedeutender sei die Lifestyle-Kommunikation – Trends fänden in den Medien statt. Zugleich werden die Zielgruppen in einer „Alles ist möglich Kultur“ immer kleiner. Kunden wollten keine Produkte mehr kaufen, sondern Produkte erleben. Um dies zu gewährleisten, müssten Händler „Geschichten erzählen“, um für die Kunden relevant zu bleiben. In Zentraleuropa stagniere der Modemarkt, denn: Amazon spiele mit acht Prozent gegenüber den USA mit 20 Prozent in Deutschland zwar noch eine überschaubare Rolle, aber man müsse achtgeben.

Statt des Begriffs Verbundgruppe benutze man heute eher den Begriff „Plattform“, jedoch halte er diesen Wandel für „ähnlich sexy“ wie „Warenhaus zu Departement Store“.

Digitale Sichtbarkeit und „Wir-Kultur“

Jeder Händler brauche ein professionelles digitales Profil und müsse sich im Netz zeigen. Dies sei erst zu zwei Drittel geschafft. Nicht jeder Händler benötige unbedingt einen E-Commerce-Kanal, aber eine professionelle Homepage. Als sogenannter Platzhirsch dürfe sich niemand mehr ausruhen. Stattdessen solle jeder mit neuen Vertriebsformen kooperieren. Terberger wörtlich: „Wir müssen die neue Welt umarmen und akzeptieren.“ Der KATAG-Chef ermutigte zum Fehlermachen, die man aber schnell korrigieren müsse. Wer meint, er könne kopieren, habe hingegen ein falsches Erfolgskonzept. Notwendig sei die Entwicklung einer „Wir-Kultur“ bzw. „Wir-Intelligenz“, damit sei man jeder künstlichen Intelligenz überlegen. Das Wichtigste aber sei die Passion des jeweiligen Händlers, „sonst scheitert man“, so Terberger. Niemand solle sich zum Sklaven von Zukunftsforschern machen. „Zukunft ist das, was wir daraus machen“, so sein eingängiger Schlusssatz.

Deutsche Bank-Chef Sewing: Der Kunde muss digitaler werden

Der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bank, Christan Sewing, räumte mit 2.  Vorstandsvorsitzenden der Deutschen Bank, Christian Sewing, auf der KATAG Cheftagung.der aktuellen Medienschelte infolge der Herabstufung beim Rating auf. Die Deutsche Bank sei nie so stabil gewesen wie aktuell – aller Bewertungsprobleme zum Trotz. Als „Schulnote“ erteile er seinem Geldinstitut aktuell eine Zwei minus. Mit einer Liquiditätsreserve von einem Drittel des Vermögens, das allerdings derzeit bei der Europäischen Zentralbank (EZB) negativ verzinst werde, scheue sein Unternehmen derzeit keinen internationalen Vergleich. Wenn die Bank aktuell ein Problem habe, sei dies nicht die Stabilität, sondern die Profitabilität. Deshalb wolle er sich wieder auf das Privat- und Firmenkundengeschäft fokussieren. Die Fusion mit der Postbank mit über 10.000 Filialen biete hierfür allerbeste Voraussetzungen. Mit 20 Millionen Kunden in Deutschland und 10 Millionen Digitalkunden sei die Deutsche Bank die größte Digitalbank in Deutschland.

Die internationalen Herausforderungen der Märkte skizzierte Sewing in einem Vergleich. Während Alibaba am sogenannten Schwarzen Freitag im vergangenen Jahr 25 Milliarden Dollar Umsatz erzielt habe, erlöse der größte deutsche Online-Händler, die Otto-Gruppe, 15 Milliarden Euro Umsatz im Jahr. Bemerkenswert sei hierbei, dass 90 Prozent der Umsätze von Alibaba mobil bezahlt worden seien.

In den weiteren Ausführungen erläuterte der Chef-Banker die Positionierung des Unternehmens zum Mittelstand mit dem besonderen Profil der Begleitung der Auslandsengagements. Nicht umsonst seien die ersten Filialen des Bankhauses in Shanghai und Yokohama eröffnet worden.

Eine Fokussierung auf das Kerngeschäft sei aber erforderlich, um im internationalen Wettbewerb bestehen zu können. So solle das Bilanzvolumen um zehn Prozent und der Personalbestand um 25 Prozent reduziert werden. Außerdem müsse eine Kostenbereinigung um mehr als eine Milliarde Euro erfolgen. Deutschland brauche eine starke internationale Bank, weil nur so Rezessionen überstanden werden könnten.

Apple, Alibaba, Amazon und Google seien die neuen Angreifer in der Bankenindustrie, so Sewing. In der Medienbranche sei die Übernahme durch diese Plattformunternehmen bereits in vollem Gange. Auch für die Deutsche Bank sei wichtig, dass die Kunden digitaler werden, denn: Dieser agiere 286 Mal im Jahr mit der Bank, der Nicht-Digitale dagegen nur zehn Mal. Kunden, die andere Plattformen nutzten, könnten von den Banken nicht mehr so professionell beraten werden. Die von vielen für Banken als Bedrohung gesehenen FinTechs empfinde er dagegen als Unterstützung für die Bank. Diese Know-How-Träger müssten noch besser eingebunden werden.

Eindrucksvoll warb Sewing abschließend für eine Stärkung Europas, weil dies eine Voraussetzung nicht nur für eine erfolgreiche Entwicklung der Bank, sondern auch für die Wirtschaft insgesamt im Verhältnis zum globalen Wettbewerb sei.

Auch NRW-Ministerpräsident Armin Laschet warnte bei der aktuell sehr guten „In Nordrhein-Westfalen sind die innovativsten Unternehmen im ländlichen Raum. Die Politik muss Ihnen Freiräume zur Entwicklung geben“ - Ministerpräsident Armin Laschet auf der Chef-Tagung der KATAG in BielefeldWirtschaftslage in Deutschland davor, deren Fragilität zu übersehen. Als Beispiel nannte er zunächst den Brexit: Großbritannien sei der größte Handelspartner in Nordrhein-Westfalen. Dass die in Deutschland lebenden Briten ab Oktober ein Visum benötigen würden oder in ihr Heimatland zurückkehren müssten sowie einige andere Folgeerscheinungen hätten die Brexit-Befürworter vermutlich nicht bedacht. Die vielfältigen mit dem Brexit verbundenen Probleme führten dazu, dass die Zustimmung zu Europa von Monat zu Monat steige. Die Menschen hätten erst jetzt gemerkt, wie wichtig die EU für sie ist.

Ein weiteres Problem sei die politische Krise in Italien, so Laschet. Die zweitstärkste Volkswirtschaft der EU wolle gleichzeitig das Sozialsystem verbessern, die Löhne anheben und die Steuern senken. Diese Rechnung gehe jedoch nicht auf. Der neue US-Botschafter in Deutschland habe bei seinem Antrittsbesuch in der Staatskanzlei „Deals“ angeboten. Dies sei jedoch nicht die Kultur von Diplomatie und internationaler Zusammenarbeit der letzten Jahrzehnte.

NRW-Ministerpräsident Laschet: Innenstädte attraktiver machen

Laschet machte sich zudem stark für die Attraktivitätssteigerung von Innenstädten. Dazu sollen auch mehr Sonntagsöffnungen möglich sein. Der Handel müsse in Zukunft durch liberalere Öffnungszeiten vor Ort der Onlinekonkurrenz etwas entgegenhalten können. Laschet illustrierte weiterhin das „Entfesselungspaket“ für Unternehmen. Beispielweise habe die neue Landesregierung sehr rasch die von Rot-Grün eingeführte Hygieneampel wieder abgeschafft. Der Ministerpräsident ließ die allgemeine Klage über einen Niedergang der ländlichen Regionen nicht gelten. In NRW sei gerade der ländliche Raum der Innovationstreiber. Hierzu nannte er einige Beispiele von Unternehmen im ländlichen Raum, die in ihren Branchen Weltmarktführer seien. Auch brach der Ministerpräsident eine Lanze für die duale Berufsausbildung, die in ihrer Bewertung gegenüber akademischen Laufbahnen nicht länger diskriminiert werden dürfe.

DER MITTELSTANDSVERBUND, der durch Hauptgeschäftsführer Dr. Ludwig Veltmann auf der Cheftagung vertreten war, gratuliert der KATAG zu dem personell und fachlich hochkarätigen sehr gelungenen und inspirierenden Highlight für den Mittelstand.

Über KATAG AG

Die KATAG AG ist einer der führenden europäischen Fashion-Dienstleister mit mehr als 350 Handelsunternehmen an über 1.600 Standorten. Die KATAG bietet ihren Partnern renditestarke Marken (u.a. STACCATO, BASEFIELD, CLARINA, COMMANDER), Flächenkonzepte und Shops. Neben dem breitgefächerten Mode- und Lifestyle-Sortiment unterstützt die KATAG ihre angeschlossenen Partnerfirmen mit den unterschiedlichsten Dienstleistungen - über Marketing, Digitalisierung, Zentralregulierung, POS-Aktionen, Kundenevents bis hin zu IT-Lösungen, Betriebsberatung, Finanz- und Versicherungsdienstleistungen. Im Premium-Designsegment wird das Markenportfolio der KATAG mit den Marken "Toni Gard“, "JETTE" und "(THE MERCER) N.Y." abgerundet.

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