Starke Konjunktur im kooperierenden Mittelstand – Fachkräfte gesucht

Die wirtschaftliche Lage im kooperierenden Mittelstand bleibt trotz inner- und außenwirtschaftlicher Unwägbarkeiten zuversichtlich. So präsentieren sich auch im 3. Quartal 2018 die Verbundgruppen weiter in einer starken Verfassung. Doch der Fachkräftemangel spitzt sich zu, wie die aktuelle Konjunkturumfrage unter den Mitgliedern des MITTELSTANDSVERBUNDES ergab.

Berlin, 26.10.2018 – Die wirtschaftliche Lage im kooperierenden Mittelstand zeigt sich trotz inner- und auenwirtschaftlicher Unwägbarkeiten robust. So präsentieren sich auch im 3. Quartal 2018 die Verbundgruppen weiter in Hochform, wobei mehr als jede zweite Kooperation von einer guten Geschäftslage berichtet. Die Umsatzentwicklung bleibt hierbei stabil.

Die wirtschaftliche Lage im kooperierenden Mittelstand bleibt trotz inner- und außenwirtschaftlicher Unwägbarkeiten zuversichtlich. Auch der Ausblick ist optimistisch: Über 41 Prozent erwarten, dass die Umsätze im Schlussquartal 2018 nochmals steigen. Die Aufwärtsspirale spiegelt sich ebenso bei der Entwicklung der Erträge wider. So legten die Kooperationen in den vergangenen drei Monaten noch einmal zu (35,6 Prozent). Und mit über 83 Prozent kalkuliert die große Mehrheit auch für das verbleibende Jahr 2018 mit stabilen oder gar wachsenden Erträgen.

Verbundgruppen investitionsfreudig

Aufgrund des zuversichtlichen Geschäftsklimas steigt die Investitionsbereitschaft im kooperierenden Mittelstand an: So haben 11,3 Prozent der Verbundgruppen ihre Investitionen im Vergleich zum Vorquartal nochmals sehr kräftig ausgeweitet. In der Gesamtschau haben über 86 Prozent der Verbünde im 3. Quartal weiter oder gar noch stärker investiert. Und auch der Blick in das Schlussquartal des Jahres 2018 spricht dafür, dass sich der Trend fortsetzt, denn: Mit 83 Prozent plant das Gros der Kooperationen auch in naher Zukunft weitere Investitionen.

Ebenso optimistisch zeigt sich die Beschäftigungsentwicklung. So haben knapp ein Drittel der Verbünde auch im dritten Quartal 2018 weiter Personal eingestellt – 56 Prozent berichteten von einer stabilen Mitarbeiterzahl. Über 31 Prozent planen, die Zahl des Personals künftig zu erhöhen. Ein ähnlich moderates dokumentiert auch der Beschäftigungsaufbau bei den Anschlusshäusern, denn: Über 72 Prozent berichten hier von einer beständigen Entwicklung.

Fachkräftemangel spürbar

Doch auch wenn die Erwerbstätigkeit im kooperierenden Mittelstand aufgrund der hohen Nachfrage nach Arbeitskräften zunimmt, spüren die Verbünde den Fachkräftemangel stark. So macht sich dieser bei knapp 85 Prozent der Kooperationen bemerkbar oder sogar stark bemerkbar. Lediglich 1,4 Prozent fühlen sich hiervon gar nicht betroffen.

Als Hauptgrund für die Suche nach Fachkräften wird von etwas weniger als zwei Dritteln der Kooperationen das altersbedingte Ausscheiden genannt. Mit einigem Abstand (19,2 Prozent) folgt der Anteil der Kooperationen, die aufgrund wachsender Geschäftstätigkeit auf Personalsuche gehen müssen. An dritter Stelle (8,2 Prozent) wird die Fluktuation von Arbeitskräften als Beweggrund angeführt.

IT- und EDV-Experten besonders gefragt

Der Fachkräftemangel sei angesichts steigender Beschäftigungszahlen und der demografischen Entwicklung in Deutschland für viele Unternehmen und Branchen Realität, weiß auch Günter Althaus, Präsident des MITTELSTANDSVERBUNDES. Bestimmte Berufsbilder, welche mit der digitalen Transformation aufkämen, würden immer wichtiger.

Das bestätigt auch die aktuelle Konjunkturumfrage des Spitzenverbandes, denn: Besonders gefragt sind Mitarbeiter in den Bereichen IT und EDV. Hier berichten knapp 48 Prozent der Kooperationen von Engpässen. Und auch im Vertrieb und Kundendienst zeigen sich bei über 18 Prozent der Verbundgruppen Vakanzen – dicht gefolgt vom Bereich Innovationen und Digitales, hier spüren knapp 14 Prozent einen Bedarf.

„Die Förderung von betrieblich integriertem Wissenstransfer in Deutschland muss endlich entschlossen angegangen und umgesetzt werden. Gerade für den Mittelstand ist dies vor dem Hintergrund des Wettbewerbs mit internationalen Großunternehmen überlebensnotwendig.“, mahnt Althaus.

Die Auswirkungen sind vielfältig, doch die Tendenz ist eindeutig: Über 70 Prozent der Kooperationen gehen davon aus, dass der anhaltende Fachkräftemangel zu einer Mehrbelastung der Belegschaft führt. Von deutlich weniger Verbundgruppen (7,4 Prozent) wurde die Ablehnung von Aufträgen und steigende Arbeitskosten (4,4 Prozent) als Folgen benannt.

An der Konjunkturumfrage haben sich 73 Verbundgruppenzentralen aus 16 Branchen beteiligt. DER MITTELSTANDSVERBUND führt diese Erhebung regelmäßig unter seinen Mitgliedern durch, um ein repräsentatives Bild der Geschäftslage in den Verbundgruppen herzustellen. Dazu gehören Einkaufs-, Marketing- und Dienstleistungskooperationen wie EDEKA, REWE, INTERSPORT, SPORT2000, expert, MEGA, hagebau und BÄKO.

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